HOTEL666

Klein und schleimig, so sind alle Italiener! So sagen es zumindest in ihrer Mannesehre gekränkte, bierbäuchige Schnauzbartträger, die im Italienurlaub zweierlei gemerkt haben: 1. Nein, es beneidet NICHT alle Welt Deutschland! 2. Auch die eigene Tochter lässt sich lieber von gutgebauten Strandcasanovas umschwärmen, als mit Metzger Willis Sohn auszugehn, damit Papa die Schweinswurst günstiger kriegt!
Doch genug vom leidigen Volkshass. Die schleimigen, kleinen Dinger, welche sich auf dem Cover der neuen LACERATER-EP 'Nessun urlo n ell ´ombra' räkeln, sind auch gar nicht die fünf Italiener selbst, sondern Maden. Reichlich appetitlich ist das natürlich nicht, aber das soll Death/Grind auch nicht sein.
LACERATER holzen sich mit gutem Sound durch ihre vier allesamt in italienerischer Spache verfassten Songs und machen dabei keine Gefangenen. Dabei kann man durchaus hören, dass sie mehr Zeit im Proberaum als auf der Promenade verbringen. Da ist man gerade aus dem Grindcore weitaus schlimmeres gewohnt. Es regieren hohes Tempo, satter Groove und typischer Grindcoregesang: Die altbewährte Mischung aus tiefem Grunzen und hysterischem Gezeter, bei der es ohnehin vollkommen wurscht ist ob die Texte nun italienisch oder serbokroatisch rückwärts sind.
Im Endeffekt zwar ganz gut annehmbar, aber bis auf den Exotenbonus durch ihre Herkunft und die Texte bringen LACERATER leider nichts übermäßig Interessantes auf den Weg. Und so ist diese Ep bei den meisten wahrscheinlich ebensoschnell vergessen, wie Luigi Susanne vergessen hat. Und umgekehrt.


By Untergangsmelder


MARK: 6




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