MY REVELATION

Verhöre ich mich oder versucht da ein kleiner Bruder seine Schwester bei Singstar zu ärgern? Nach kurzem Blick in das mit Maden bestückte Booklet, finde man jedoch heraus, dass es Antonio Susca ist, der hier hinter dem Mikrofon gurgelt.
Stimmlich ändert sich in der vier Songs umfassenden EP wenig, ein kurzer Wechsel zwischen tiefem Grunzen und hohem Gekreische, das war es schon.
Musikalisch sieht es da schon ganz anders aus. Die fünf Jungs aus Italien knüppeln was das Zeug hält, wie es sich für eine ordentliche Death-Metal-Kombo auch gehört.
"O.S.C.A.", als der erste Song der Scheibe, ballert auf allzu bekannte Weise drauflos, zeigt wenig Abwechslung und bietet sehr wenig Neues. Blastparts zwischen fliegender Doublebass: Danke, kenn ich schon. Mit "Nato Morto" kommt ein deutlich anderer Wind auf.
Ein an den meisten Stellen getragener Song, der die technischen Mögichkeiten der Band deutlich zeigt. "WH 22" ist mein Höhepunkt der CD.
Angenehmer Rhythmus mit sehr groovigen Parts. Ähnlich gut geht es beim letzten Stück, "L'Ordore Del", weiter. Rein musikalisch kann man LACERATER ohne Bedenken in die Ecke von MALEVOLENT CREATION stellen, was jedoch nicht heißen soll, dass sie in Geschwindigkeit oder Brachialität mit dem Altmeister mithalten könnten.
Für die nächste Scheibe sollte man sich definitiv Gedanken machen was mit den Vocals passiert, denn hier ist die wirkliche Schwachstelle der Band zu erkennen. Wer also auf Death Metal steht und sein Hauptaugenmerk nicht unbedingt auf die Sänger legt, sollte den Jungs eine Chance geben, dem Rest sei eher abgeraten. Wessen Interesse nun ganz besonders geweckt wurde, dem sei gesagt dass LACERATER im Februar auch in Deutschland spielen, wo steht jedoch noch nicht fest.

By Christoph Füllenbach


MARK: 5/15