THE-PIT

Na, wenn das mal kein leckeres Cover ist?! Die Italiener Lacerater (was sinngemäß so etwas wie „Verletzer“ bedeutet) wissen, wie man sich mit Covern Aufmerksamkeit verschafft. Textlich werden aber keine biologischen, sondern historische Fakten behandelt. Die Band ließ sich hierbei von der Historie ihres eigenen Landes inspirieren und da ich kein italienisch kann, werde ich ihr das einfach mal glauben.
Und zu den düsteren Zeiten eines Landes passt musikalisch natürlich Death oder Black Metal am besten. Bei Lacerater handelt es sich um Vertreter ersteren Genres und in dem Fach sind sie instrumental wirklich fit. Hier wird nicht stupide durchgehämmert, die gesunde Mischung mit Mid-Tempo Einschüben steht im Vordergrund. Das ganze erinnert mich immer wieder an einige Morbid Angel Stücke, die man mit frühen Hypocrisy (z.B. zu „Penetralia“ Zeiten) gekreuzt hat. Was mich aber stört, ist der Gesang. Hier wurden so viele Effekte auf die Stimme gelegt, dass Behemoth mit ihrem „Demigod“ Stimmverzerrer Overkill gesanglich wie Chorknaben aussehen. Der Mann an den Vocals scheint ja wirklich gut brüllen zu können, warum also dieser fiese elektronische Hall? Das verdirbt mir die, instrumental sehr guten, ersten zwei Songs doch ziemlich.
Glücklicherweise nimmt man sich bei „W.H.22“ in dieser Hinsicht etwas zurück und schon erwartet den Hörer ein echtes Death Metal Brett. Ich kann zwar immer noch nicht erkennen, ob der gute Mann italienisch, englisch, deutsch oder klingonisch singt, aber das ist eher zweitrangig. Seine Stimme klingt einem Glen Benton aber beängstigend ähnlich. Der letzte Song „(L'odore Del)“ gefällt mir persönlich am wenigsten. Zum einen, weil der Hall wieder da ist und zum zweiten, weil der Song einfach Massenware ist und wie eine B-Seite der letzten Kataklysm klingt.
Trotzdem: Death Metal Fans sollten mal ein Ohr riskieren, denn allzu viel falsch machen, kann man bei einem Low Price Produkt sicherlich nicht. Der Gesang ist Gewöhnungssache, es wird bestimmt Leute geben, die mit dem auf Anhieb warm werden. Und ganz so schlimm, wie es hier vielleicht wirkt, ist es auch nicht.


By Benjamin Verwold


MARK: 6,5/10